Am Dienstagabend besuchte die Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung, Dorothee Bär (CSU), gemeinsam mit der Ulmer CDU-Bundestagsabgeordneten Ronja Kemmer (CDU) verschiedene Stationen rund um die Digitale Agenda der Stadt Ulm sowie die Hochschule Neu-Ulm.

Auf dem Weinhof informierte Heribert Fritz, Vorsitzender der „initiative ulm digital“, über das Projekt LoRaPark, das der Verein im Herbst auf der Expo in Dubai präsentieren darf. Fritz wies auf die Besonderheit des digitalen Projekts hin, dass nämlich die Bürger einen großen Nutzen aus den Möglichkeiten des „Internet der Dinge“ ziehen können. Die Einsatzmöglichkeiten des LoRaWAN in Ulm, das kostenlos genutzt werden kann, reichen beispielsweise von Frequenzmessung von Besuchern in der Innenstadt, über Hochwassermessungen, der optimalen Bewässerung im Garten sowie der Bäume in städtischen Anlagen, dem frühzeitigen Erkennen von Schäden am Ulmer Münster bis hin zur die Umwelt schonenden Bekämpfung von Ratten. Danach machte die Digitalministerin einen „Boxenstopp“ auf dem Hans-und Sophie-Scholl-Platz, wo noch bis Mitte August über Stadtentwicklung und Digitalisierung gesprochen wird und konkrete Ansätze für digitale Lösungen entwickelt werden können. Als Teil der Stadtverwaltung Ulm gestaltet die Geschäftsstelle Digitale Agenda die digitale Entwicklung gemeinsam mit den Ulmerinnen und Ulmern. Es gehe um Themen Nachhaltigkeit und Digitalisierung und auch darum, ein Stimmungsbild zur Vereinbarkeit von Digitalisierung und Nachhaltigkeit einzufangen, erklärte Sabine Meigel von der Digitalen Agenda der Stadt der Ministerin, die dann als letzte Station in Ulm die Ausstellung „akku alle“ im m25 am Schuhhausplatz besichtigte. Batterien spielen heute eine entscheidende Rolle bei der Mobilität der Zukunft und der Speicherung von Energie aus erneuerbaren Quellen. Auf dem Eselsberg in Ulm findet Spitzenforschung an Batterien und Brennstoffzellen statt. Diese Forschung präsentieren das Helmholtz-Institut Ulm (HIU) und seine Partner in der Ausstellung „Akku Alle?!“ im m25 vor und wurde der CSU-Ministerin unter anderem von Professor Dr. Michael Weber, Präsident der Universität Ulm, vorgestellt. Die Ausstellung „akku alle?!“zeigt beispielsweise eine Simulation eines Stromausfalls in der Region Ulm, eine Batterieinnovation aus Spinnenblut und ein Wasserstoff-Flugzeugmodell.
Zum Abschluss ihres Besuchs wechselte Dorothee Bär, die von der Ulmer CDU-Bundestagsabgeordneten Ronja Kemmer begleitet wurde, nach Neu-Ulm. An der Hochschule Neu-Ulm informierte sich Bär über Entwicklungen an der HNU, der TFU und sprach mit einigen Gründern von Start Up-Unternehmen.

Der Verein „initiative ulm digital“ war auch in Pandemiezeiten aktiv und konnte wichtige Projekte wie den „LoRaPark“ auf dem Weinhof in Ulm trotz aller Widrigkeiten realisieren. Details darüber und weitere wichtige Informationen gab Vorsitzender Heribert Fritz im Rahmen der – auch diesmal wieder digital durchgeführten – Mitgliederversammlung bekannt.

Die Anliegen des Vereins sind nach wie vor, so Vorsitzender Heribert Fritz, Menschen, Unternehmen und Ideen zusammenzubringen und ein engagiertes Umfeld für digitale Projekte zu kreieren. Damit war die Initiative auch im vergangenen Jahr erfolgreich. So waren die digitalen Vortragsveranstaltungen „10×10 digital.konkret“ mit Schwerpunktthema Bildung sehr gefragt, wie Vorstandsmitglied Frank Kargl berichtete. Aufgrund der positiven Resonanz ist eine weitere Veranstaltung zum Themenkomplex „Digitaler Führerschein“ geplant.
Sabine Meigel, Digital-Beauftragte Stadt Ulm, erläuterte die Aktivitäten der digitalen Agenda der Stadt. So wird im Rahmen des Projekts „Zukunftskommune“ die erste Mobilitätsstation am Eselsberg eröffnet. Dabei geht es in Zusammenarbeit mit der SWU um vernetzte Mobilität mit dem Fokus auf Datenauswertung und Datennutzung wie die Korrelation der Daten von den Umwelt- und Klimasensoren in Abhängigkeit von Fahraufkommen. „Desweitern haben wir die Dateninfrastruktur mit der SWU und eXXcellent solutions aufgebaut, die als Grundlage für alle weiteren Entwicklungen und Umsetzungen im Projekt dient“, so Sabine Meigel. Zum Thema „Smartcity“ sei das Konzept erarbeitet worden. Hierzu findet am 16. Juli auf dem Hans und Sophie Scholl Platz die Infoveranstaltung statt.Meigel berichtete auch über das aktuelle Projekt der Messung der Besucherfrequenz mittel LoRaWan, das mit dem Unternehmen „citysens“ umgesetzt. wird. Meigel: „In Echtzeit wird das aktuelle Besucheraufkommen an verschiedenen Plätzen in der Stadt angezeigt.“
Highlight im vergangenen Jahr war die Eröffnung des vom Verein „initiative ulm digital“ maßgeblich konzipierten „LoRaPark“ auf dem Weinhof. Andreas Buchenscheit, der als Projektleiter fungiert, berichtete über verschiedene Möglichkeiten, die die neue Technik bietet und die man am Weinhof ansehen kann. „Der LoRaPark, der im Herbst ein Jahr besteht, hat überregional für Schlagzeilen gesorgt und Interesse geweckt“, so Buchenscheit. Die Entwicklung des LoRaWANs in Ulm könne demnächst sogar auf der Expo in Dubai bestaunt werden. Diese Ereignisse in Dubai wolle man in einer Veranstaltung aufzeigen, kündigte Buchenscheit an.
Außerdem wies Vorstandsmitglied Gerhard Gruber auf weitere erfolgreiche digitale Projekte des gemeinsamen Unternehmens „citysens“, wie Sonderparkflächen im Parkhaus am Rathaus, Parkplätze für Familien und Menschen mit Handicap sowie Elektro-Ladesäulen. Die Frequenzmessung von Besuchern in der Ulmer Innenstadt per LoRaWan sei ein sehr aktuelles Thema, weitere Messungen an den Märkten, Plätzen und bei Veranstaltungen seien möglich.
Heribert Fritz kündigte an, dass der Verein das Projekt „Einstein Motorsport“ der Technischen Hochschule Ulm (THU), das Technik, Betriebswirtschaft und Organisation verknüpft, künftig unterstützen werde. Kassier Björn Semjan berichtete von einer positiven Finanzlage des Vereins und dankte den Mitgliedern, ohne deren Engagement viele Projekte und Veranstaltungen des Vereins nicht möglich gewesen wären.
Die Neu-Ulmer Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger lobte in ihrem Grußwort die Initiative, deren „Einsatz spürbar ist“. Digitale Bildung sei das Topthema des letzten Jahres. Das habe die Initiative erkannt und gezeigt, dass sie sich um die aktuellen gesellschaftlichen Themen kümmert. In diesem Zusammenhang wies sie auf die digitalen Entwicklungen in Neu-Ulm hin, wie das Integrierte digitale Konzept, für das Neu-Ulm als eine von zwölf Kommunen in Bayern gefördert werde. Der Fokus liegt auf der Entwicklung praktischer Digitalisierungsstrategien in den Bereichen Handel, Gesundheit, Mobilität und digitaler Verwaltung. Anträge laufen für ein digitales Bürgerzentrum, einen digitalen Bauhof und die digitale Teilhabe von Senioren. „Unsere Kinder in den Kindertageseinrichtungen werden mit Hardware- und Software-Produkten ausgestattet, um zu lernen damit sinnvoll umzugehen und die digitalen Möglichkeiten richtig einzusetzen“, informierte die Neu-Ulmer Oberbürgermeisterin bei der digitalen Mitgliederversammlung der initiative ulm digital.

Die Stadt Ulm zeigt sich von ihrer digitalen Seite – und das in deren ganzer Vielfalt: Dialoge, Online-Beratungen, virtuelle Führungen, Tutorials und Seminare. Zahlreiche Aktivitäten der verschiedenen städtischen Fachbereiche und Abteilungen bilden die Basis des diesjährigen Digitaltages am Freitag, 18. Juni, der die digitale Teilhabe fördern soll.

Trägerin ist die bundesweite Initiative „Digital für alle“.

Für Oberbürgermeister Gunter Czisch ist der Aktionstag weit mehr als die Gelegenheit, digitale Angebote aufzuzeigen: „Der Digitaltag bietet allen Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, in einen gesellschaftlichen Dialog zu treten. Er bietet auch denjenigen, die dem digitalen Wandel noch skeptisch gegenüberstehen, die Chance, sich umfassend zu informieren, um sich so zukünftig selbstbewusster in der digitalen Welt bewegen zu können.“Auch Ulms Erster Bürgermeister Martin Bendel setzt auf eine breite Beteiligung von Bürgerschaft, Vereinen und Unternehmen: „Alle sind eingeladen mitzumachen. Was die städtischen Bereiche hier auf die Beine gestellt haben, ist enorm. Das vielseitige Programm zeigt eindrucksvoll, welchen hohen Nutzen die Digitalisierung hat und welche Chance sie uns bietet, die Entwicklung unserer Stadt zukünftig gemeinsam voranzubringen.“

Erzählcafé und Demokratievermittlung

Hinter dem Digitaltag steht ein breites Bündnis von 27 Organisationen aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft, Wohlfahrt und öffentliche Hand. Zum Ulmer Programm gehört unter anderem ein Erzählcafé rund um die „Geschichten vom Eselsberg“ sowie eine Open-Air-Erkundung mit „Augmented Reality“.
Ebenfalls im Programm ist das Thema Medienerziehung: Wer kennt sie nicht, die Frage „Mama, krieg ich dein Handy?“ Referentin Nadine Kloos berichtet in ihrem Vortrag über Mediennutzung und -erziehung von Kindern und die Entwicklung der Touchpad-Technologie mobiler Medien.

Die digitale Stadtbibliothek

eBooks, Lernprogramme für Fremdsprachen oder Musikstreaming, ePaper und Nachschlagewerke: Am Digitaltag präsentiert die Stadtbibliothek Ulm alle digitalen Angebote für Erwachsene via Zoom. In einer weiteren Veranstaltung erfährt man, wie man Fake News erkennen und was man gegen Verschwörungserzählungen tun kann.

Sophie Scholl – per Livestream

Die Kultur kommt am 18. Juni ebenfalls nicht zu kurz. In ihrem Monolog „Sophie Scholl“ erzählt Rike Reiniger von Zivilcourage, Überzeugungen und Standhaftigkeit – auf der Bühne des Podiums und via begleitendem Stream.

Telefonhotline der Digitalen Agenda

Die Telefonhotline ist ein Angebot, das sich vor allem an Digital-Neulinge wendet: Telefonisch haben sie die Möglichkeit, sich über Digitalisierung zu informieren und ohne Scheu eigene Fragen zu stellen. Neben Antworten auf Fragen zur digitalen Welt gibt es über die Hotline aber auch konkrete Hilfe bei Problemen in der Handhabung von Tablet und Smartphone. Zwischen 10 und 18 Uhr stehen die Digitale Agenda, die Forschungspartner der Zukunftsstadt 2030 und die Digitalmentoren*innen für Fragen der Anrufenden unter 0731 502 6677 zur Verfügung.

Digitale Alltagshelfer

Auch das Zentrum für Allgemeine Wissenschaftliche Weiterbildung (ZAWiW) der Universität Ulm ist beim Digitaltag dabei und rückt die besonderen Herausforderungen der Digitalisierung für ältere Menschen in den Mittelpunkt. Das Forschungsteam der AGAPLESION Bethesda Klinik Ulm klärt darüber auf, wie digitale Alltagshelfer ein selbständiges Leben unterstützen können.Die Geschäftsstelle Digitale Agenda berichtet zudem über die intelligente Stadt der Zukunft, die digitale Tools und Ansätze bietet, die auf alle Bedürfnisse der Ulmer Bürgerschaft zugeschnitten sind und Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Blick haben.


Manchmal helfen schon kleine Hinweise, um eine gute Entscheidung zu treffen: Mit Hilfe von acht Sensoren können Besucher*innen in Ulm erkennen, an welchen Orten der Innenstadt mehr oder weniger los ist. Die entsprechende Karte ist über ulm.de abrufbar und zeigt in grünen und gelben Wolken, wie hoch das aktuelle Besucheraufkommen an acht Schlüsselpunkten der Ulmer City ist.

Für den Oberbürgermeister Gunter Czisch ist dies in der aktuellen Corona- Pandemie ein wichtiges Instrument, mit dessen Hilfe die Bürger für sie richtige Entscheidungen treffen können. „Wir stellen damit der Bürgerschaft Informationen in Echtzeit zur Verfügung, die helfen können, sich zu entscheiden, ob und wohin man in die Innenstadt geht,“ hebt er den Nutzen dieser Trendmessung hervor.
Wenn etwa in der Platzgasse gerade mehr los, geht man vielleicht etwas später, wenn man als Bürger Kontakte vermeiden will. Das war so vorher nicht möglich – da waren Bauchgefühl und Erfahrungswerte die einzigen Entscheidungsgrundlagen. Wichtig dabei: Die Sensoren erkennen nicht, wer sich in ihrem Messbereich aufhält, lediglich, dass sich jemand dort aufhält, kann erfasst werden.
Die Sensoren erkennen das WLAN bei aktiven mobilen Endgeräten. Auch wenn die WLAN-Funktion des mobilen Endgerätes ausgeschaltet ist, sendet das WLAN-Modul noch und kann somit von den Sensoren erkannt werden – ohne dass dabei der Besitzer des Endgerätes identifiziert werden kann. Nur mobile Endgeräte, welche im Flugmodus oder komplett ausgeschaltet sind, können nicht erkannt werden.
Für OB Czisch zeigt dieses Projekt, wie so genannte offene Daten – also nicht personenbezogene Daten – helfen können, das Zusammenleben in der Stadt zu verbessern. „Die Besuchertrend-Messung ist ein gutes Beispiel dafür, wie Digitalisierung alltagspraktisch wird.“
Sabine Meigel, Leiterin der Geschäftsstelle Digitale Agenda in der Stadt Ulm, ist ein weiterer Aspekt wichtig: „Dieses Projekt zeigt auch, wie wichtig das Datenethik-Konzept der Stadt Ulm ist, auf dessen Grundlage wir überhaupt erst solche Projekte vorantreiben können.“
Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) fördert das Besuchertrend-Projekt im Rahmen des Modellprojekts „Smart Cities“, für das Ulm als eine von drei Großstädten ausgewählt wurde. Solche Projekte wie der Besuchertrend in Ulm sollen beispielhaft erproben, wie Digitalisierung nachhaltig und intelligent gestaltet werden kann. Von den Erfahrungen und Erkenntnissen sollen dann möglichst viele deutsche Kommunen profitieren. Insgesamt fördert das BMI in einer ersten Staffel dreizehn Projekte von Städten unterschiedlicher Größe und von Landkreisen. Gemessen wird an acht Orten in der Innenstadt:

Glöcklerstraße / Hirschstraße
Sedelhof Passage
Platzgasse / Herrenkellergasse
Hirschstraße / Münsterplatz
Platzgasse / Kohlgasse
Hafenbad / Hafengasse
Hans-und-Sophie-Scholl-Platz
Glöcklerstraße / Busparkplatz

Die Daten der Sensoren werden in zwei Kategorien ausgewertet und auf
der Karte dargestellt: Eine grüne Wolke verheißt „Alles im grünen
Bereich“, eine gelbe Wolke weist darauf hin: „Aktuell einige
Besucher*innen“. Realisiert wurde der Besuchertrend vom Büro citysens
in Kooperation mit der Digitalen Agenda der Stadt Ulm.
Die Besuchertrend-Karte kann abgerufen werden unter der Internet-
Adresse: www.ulm.de/besuchertrend

In der industriellen Produktion, beim autonomen Fahren oder in der medizinischen Bildgebung fallen riesige Datenmengen an. Das neue Transferzentrum für Digitalisierung, Analytics und Data Science Ulm (DASU) unterstützt überwiegend regionale Unternehmen dabei, aus diesen Datenmengen relevante Informationen abzuleiten und zu nutzen. Dafür bündeln interdisziplinär Forschende der Universität Ulm und der Technischen Hochschule Ulm (THU) ihre Kompetenzen.
Die Idee des Forschungs- und Transferzentrums ist gemeinsam von der Ulmer Industrie- und Handelskammer (IHK), der Stadt und Universität Ulm, der THU sowie weiteren regionalen Partnern entwickelt worden. Im Wettbewerb RegioWin 2030 wurde der Zusammenschluss bereits als Leuchtturmprojekt ausgezeichnet. Jetzt haben Universität und THU mit der Gründung des Virtuellen Zentrums DASU den nächsten Schritt getan. Die digitale Transformation geht unaufhaltsam voran: Um konkurrenzfähig zu bleiben, müssen insbesondere regional ansässige „Hidden Champions“ die Herausforderung „Digitalisierung“ annehmen.
Bei datenwissenschaftlichen und analytischen Fragen steht ihnen ab sofort das neue Transferzentrum Digitalisierung, Analytics und Data Science in Ulm, kurz DASU, zur Seite. Im Zentrum unterstützen Forschende der Technischen Hochschule und der Universität Ulm Unternehmen – aber auch Kommunen oder Bildungseinrichtungen – bei der Wissens- und Wertschöpfung aus Daten. „Wie lassen sich aus riesigen Datenmengen mit intelligenten Analysemethoden Informationen gewinnen und interpretieren?“, bringt DASU-Vorstandsmitglied Professor Manfred Reichert, Informatiker an der Uni Ulm, die Leitfrage auf den Punkt. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen können aus solchen Datenbergen Handlungsempfehlungen oder neue Geschäftsmodelle abgeleitet werden. In der digitalen Fabrik mit vernetzten Maschinen lassen sich zum Beispiel Wartungsarbeiten oder die Lagerhaltung optimieren. „Dank Objekterkennung können Unternehmer vorhersehen, welche Materialien demnächst fehlen werden und auf den drohenden Engpass reagieren“, erläutert Professor Reinhold von Schwerin, DASU-Vorstand von der Technischen Hochschule Ulm. Insgesamt setzt das bundesweit einmalige Transferzentrum auf einen interdisziplinären, ganzheitlichen Ansatz, der neben den klassischen datenwissenschaftlichen Disziplinen Mathematik und Informatik vielfältige Anwendungsbereiche umfasst – von der Mensch-Technik-Interaktion über die Medizin und Arbeitspsychologie bis hin zu ingenieur- und wirtschaftswissenschaftlichen Fragestellungen im Kontext Industrie 4.0. Neben dem Forschungstransfer in Unternehmen und datenwissenschaftlichen Beratungen soll in Ulm ein Digitalisierungslabor zur Erprobung, Demonstration und Visualisierung von anwendungsorientierten Lösungen aufgebaut werden. Dazu kommen Schulungsangebote für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den Bereichen Data Science, Data Analytics und Künstliche Intelligenz.
„Der Einsatz datenwissenschaftlicher Methoden ist der Schlüssel zur digitalen Transformation. Im Transferzentrum DASU sollen Familienunternehmen oder kommunale Einrichtungen in die Lage versetzt werden, ihre Datenschätze zu heben“, erklärt Professor Karsten Urban, Mathematiker an der Universität Ulm. Als Sprecher des Ulmer Zentrums für Wissenschaftliches Rechnen (UZWR) bringt er seine Expertise im Bereich Simulationen und Kontakte zu regionalen Mittelständlern in das neue Zentrum ein. Das Transferzentrum DASU wird als gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts unter Beteiligung von Universität, Technischer Hochschule Ulm, IHK und Stadt Ulm sowie regionalen Unternehmen etabliert werden.
Universität und THU bringen sich über ihr gemeinsames Virtuelles Zentrum DASU ein, dessen konstituierende Sitzung am Donnerstag, 6. Mai, stattfand. In diesem Zentrum sollen vornehmlich öffentlich geförderte Forschungsprojekte sowie kooperative Promotionen im Bereic h Data Science und Data Analytics durchgeführt werden. Synergien in der Lehre bestehen mit einschlägigen Masterstudiengängen wie „Künstliche Intelligenz“, „Intelligente Systeme“ und Weiterbildungsangeboten der „School of Advanced Professional Studies“ (SAPS). „Sowohl Data Science als auch das Forschungsfeld Künstliche Intelligenz zählen zu den strategischen Entwicklungsbereichen der Universität Ulm.
Im Transferzentrum DASU bündeln Forschende verschiedener Disziplinen und Einrichtungen ihre Expertise, um aus riesigen Datenmengen wertvolle Informationen zu gewinnen. Gemeinsam werden die Ulmer Partner die Wissenschaft und insbesondere den Transfer in diesem zukunftsträchtigen Bereich auf die nächste Ebene heben“, resümiert Professor Michael Weber, Präsident der Universität Ulm. Erst kürzlich war das Transferzentrum DASU im landesweiten Wettbewerb RegioWin 2030 erfolgreich:
Der Aufbau wird in den kommenden 6 Jahren mit über 5,9 Millionen Euro unterstützt. Eine Jury hatte das vom grenzüberschreitenden Zusammenschluss der Regionalverbände und Wirtschaftskammern, „Schwabenbund“, eingereichte regionale Entwicklungskonzept prämiert – unter anderem wurde das DASU als Leuchtturmprojekt ausgezeichnet. „Wir freuen uns sehr über die Prämierung des Konzepts.
Das Leuchtturmprojekt DASU stärkt die Forschung und den Transfer im Bereich Data Science und Künstliche Intelligenz und wirkt dadurch auch auf die Weiterentwicklung unserer Lehre ein“, kommentiert Professorin Marianne von Schwerin, Prorektorin für Forschung der Technischen Hochschule Ulm. „Gemeinsam haben wir es mit unseren Partnern geschafft, die anvisierten Fördergelder in die Region zu holen. Das DASU wird als Vermittler und Impulsgeber den digitalen Wandel und die digitale Transformation in der Region vorantreiben.“

Ulm ist Teil der EXPO 2021 in Dubai – und zwar mit der Ulmer LoRaWAN-Initiative, die maßgeblich von der initiative.ulm.digital in die Wege geleitet wurde und von unserem Vorstandsmitglied Andreas Buchenscheit maßgeblich vorangetrieben wird.
Die Bemühungen der initiative.ulm.digital e.V. tragen dieses Jahr besondere Früchte. Das Projekt rund um das LoRaWAN wird Teil der Weltausstellung EXPO in Dubai.
Der größte Kirchturm der Welt reist nach Dubai. Und zwar in Form einer etwa streichholzschachtelgroßen Platine. Dieses kleine Münster ist der Schlüssel zum LoRaWAN (Long Range Wide Area Network), ein Netz, das in Ulm bereits flächendeckend und kostenlos verfügbar ist. Es wurde 2016 von der initiative.ulm.digital e.V. unter der Leitung von Andreas Buchenscheit eingeführt. Ulm zählte zu den ersten Städten weltweit mit dieser Technologie. Damit lassen sich Sensordaten über eine weite Strecke übertragen, wie beispielsweise der Füllstand der Mülltonnen in der Innenstadt, die Feuchtigkeit der Erde im heimischen Schrebergarten oder ein Riss in Ulms bekanntestem Wahrzeichen, dem Ulmer Münster, wird mühelos überwacht.
„Früher musste man den Riss regelmäßig händisch kontrollieren. Jetzt sorgt das kleine Münster, die Platine, dafür, dass die Strukturschäden des Münsters unter durchgehender Beobachtung stehen. Und das völlig automatisch und für die Verantwortlichen mit dem geringsten Aufwand“, so Buchenscheit, Vorstand der initiative.ulm,digital e.V. und Geschäftsführer der CORTEX Media GmbH. Für ihn kam die Nachricht aus Dubai völlig überraschend. „Weder wir noch die Stadt Ulm haben sich für die EXPO beworben. Das macht es natürlich zu einer noch viel größeren Ehre und Wertschätzung, dass wir vom Fraunhofer Institut im Auftrag des Ministeriums ausgewählt wurden, ein Teil der EXPO zu sein.“
Auch der Vereinsvorsitzende Heribert Fritz ist mehr als stolz: „Es zeigt, dass wir mit unserer Initiative auf dem richtigen Weg sind und Ulm in Sachen Digitalisierung ein Vorreiter bleibt.“
Die Stadt Ulm unterstützt mit ihren Bundesförderprojekten diese Ideen und ist mit der Geschäftsstelle Digitale Agenda und eigenen Open-Source-Communitys heute ein weitbeachtetes Vorbild für digitale Kompetenzen. „Wir verstehen uns als Impulsgeber und freuen uns sehr, dass diese Projekte internationale Anerkennung finden“, sagt Sabine Meigel, Leiterin der Digitalen Agenda. Der „Ulmer Weg“ der digitalen Transformation zur Smart City wurde auf Bundes- und EU-Ebene bereits mehrfach ausgezeichnet. Oberbürgermeister Gunter Czisch nennt als Erfolgsrezept: Offene Daten, offene Kooperationen und offenen Innovationsformate.
Um die Möglichkeiten eines Sensornetzwerkes und die Chancen einer Smart City zu veranschaulichen, haben die Verantwortlichen im Sommer letzten Jahres den LoRaPark am Ulmer Weinhof eröffnet. Dort können sich Interessierte vor Ort an verschiedenen Beispielen über die Anwendungsbereiche des LoRaWAN informieren. Weitere Informationen unter https://lora.ulm-digital.com.

Info: Die EXPO Dubai wurde 2020 um ein Jahr verschoben und soll am 01. Oktober 2021 eröffnet werden. Das Ulmer Projekt wird in der Rubrik „Lebenswelten von morgen“ unter dem Stichwort „Ulmer Weg“ ausgestellt.

Henning Krone ist seit 1. April 2021 Geschäftsführer des Ulmer IT- Dienstleisters citysens GmbH.
An dem 2018 gegründeten Unternehmen sind neben der Stadtwerke-Tochtergesellschaft SWU TeleNet drei weitere Ulmer IT-Spezialisten beteiligt. Der 44-jährige Henning Krone soll die Vertriebsaktivitäten von citysens ausbauen und steuern. „Die Anfangsjahre waren bestimmt durch die Entwicklung von Dienstleistungen rund um die funkgestützte Datenübertragung. Es wurden solide Grundlagen geschaffen. Der nächste, schon bei der Gründung vorgesehene Schritt folgt jetzt.
Für den Vertriebsaufbau konnten wir mit Henning Krone einen Mann mit guten Kontakten in der Region und viel Erfahrung im Marketing gewinnen“, sagt Michael Beuschlein, Geschäftsführer der SWU TeleNet. „Ich freue mich riesig auf die neue Aufgabe“, sagt Henning Krone, „die Zukunft mitgestalten und neu denken sind tolle Herausforderungen, denen ich mich gerne stelle. Ich bin sehr dankbar für diese Möglichkeit“.
Henning Krone ist in Ulm und der Region kein Unbekannter. Von Mai 2011 bis September 2019 führte er den Ulmer Citymarketing e.V., danach leitete er das Marketing und die Unternehmenskommunikation bei der Radio 7 Hörfunk GmbH + Co. KG. Henning Krone stammt aus Harkebrügge in Norddeutschland und lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Blaustein.
Die bisherige citysens-Geschäftsführerin Antonija Scheible wird der Gesellschaft im operativen Geschäft erhalten bleiben. Im Hauptjob kümmert sie sich wie bisher schon um die strategische IT-Ausrichtung und Digitalisierung der Stadtwerke. „Das nimmt einen Großteil meiner Arbeitszeit in Anspruch, eine Ausweitung der Aufgaben auf den citysens-Vertrieb war daher kaum machbar. Die Entlastung tut gut“, begrüßt sie die neue Struktur an der Unternehmensspitze.
Die citysens GmbH startete im September 2017 als Kooperation zwischen den Stadtwerken und drei Ulmer IT-Firmen. Als Gesellschaft konstituierte sich citysens im September 2018. Gesellschafter sind die SWU TeleNet GmbH, eXXcellent solutions GmbH, systemzwo GmbH und Cortex Media GmbH. Die Stadtwerketochter SWU TeleNet ist Mehrheitsgesellschafterin mit 50,1 Prozent Anteilen. Die citysens entwickelt Alltagsanwendungen im Bereich des Internets der Dinge („Internet of Things“ kurz IoT). Dabei werden die Daten durch Sensoren erfasst und mittels lizenzfreier Funkfrequenzen (Long Range Wide Area Network) kabellos übertragen.
Für den Einsatz ist daher nahezu jeder Standort geeignet. Zu den citysens-Kunden zählen zum Beispiel Parkhäuser, wo die Belegung in Echtzeit angezeigt wird. Eine solche Anwendung ist besonders sinnvoll in der gegenwärtigen Pandemie: Geschäfte können mit „IoT“ die Zugangsbegrenzung steuern. Die citysens wendet sich vor allem an Institutionen und Kommunen. Die Dienstleistungen und Produkte umfassen die komplette Bandbreite, von der Unterstützung im Rahmen einer Konzeption über die Umsetzung bis hin zum Betrieb der Geräte und der Software.

10×10 Digital.Konkret mit Thema „Digitales Lernen“ am 3. März
Kaum ein Thema wurde im letzten Jahr so intensiv diskutiert wie das der Digitalisierung im Bildungswesen. Lockdowns und Teilschließungen von Schulen zwangen Schülerinnen, Schüler und Schulen, aber auch die Hochschulen und selbst KiTas, beim Online-Learning ganz neue Wege zu gehen oder bereits vorhandene Ansätze drastisch auszubauen. Fragen, wie gut oder schlecht man zu Hause online lernen kann und ob unter den aktuellen Bedingungen faire Abschlussprüfungen überhaupt möglich sind, bewegen Familien im ganzen Land. Gleichzeitig legt die Pandemie schonungslos bisherige Versäumnisse bei der Digitalisierung und dem Ausbau unserer digitalen Infrastrukturen auf.
Ein spannendes Thema also, dass wir bei einem neuen 10×10 Digital.Konkret in insgesamt sechs Vorträgen beleuchten wollen. Dabei sind die Perspektiven breit gespannt, von der frühkindlichen Bildung über Schulen bis zu den Hochschulen, vom technischen Aufbau der Infrastrukturen bis zur Bildungsforschung und aus der Sicht von Schülerinnen und Schülern, Pädagogen, und Schulträgern.

Begleiten Sie uns also am Mittwoch, 3. März 2021, ab 18:30 einen Abend lang in die vielfältigen Facetten der digitalen Bildung.

Erneut konnten wir klasse Referenten gewinnen. In jeweils kurzweiligen zehn Minuten nehmen diese herausragenden Persönlichkeiten professionell Stellung
zum spannenden Thema der „Digitalen Bildung“.

Freuen Sie sich auf Beiträge von:

Herrn Sebastian Schmidt,
(Lehrer (StR RS) und Mitglied der Schulleitung Inge-Aicher-Scholl Realschule Neu-Ulm; iBDB für die Realschulen in Schwaben)
Digitalisierung an Schulen – geht nicht, gibt’s nicht

Frau Christina Baumgartl und Frau Monika Schmid
(Stadt Ulm, Fachbereich Bildung und Soziales, Abteilung Bildung und Sport)
Ulm lernt! Hinter den Kulissen digitaler Bildung

Frau Hanna Steuernagel und Herrn Florian Schechner
(Hans und Sophie Scholl-Gymnasium Ulm)
Digitalisierung ja, aber nicht zu jedem Preis

Frau Anita Müller
(Gesamtleitung des Kinderhauses Donaukinder, Neu-Ulm)
Das Tablet in der KiTa – Fluch oder Segen?

Herrn Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Stefan Wesner, Universität Ulm
(CIO und Direktor des Kommunikations- und Informationszentrum der Universität Ulm)
Skalierbare Dienste für die Digitale Lehre durch Testing in Produktion

Frau Prof. Dr. Tina Seufert, Universität Ulm
(Institut für Psychologie und Pädagogik, Leitung Abt. Lehr- Lernforschung)
Digitales Lehren und Lernen – worauf es ankommt

Moderiert wird diese super aktuelle Veranstaltung von Herrn Prof. Dr. Frank Kargl und Herrn Heribert Fritz, an die Sie bereits während der Veranstaltung in einem zur Verfügung gestellten Chatroom, Fragen an die Referenten stellen können.

Nach den Vorträgen haben Sie als Online-Gast die Möglichkeit sich in persönlichen, virtuellen Chatrooms mit den Referenten auszutauschen.
Auf persönliche Begegnungen und Häppchen müssen wir dieses Mal leider wieder verzichten, wir sind aber sehr gespannt, wie diese individuellen Chaträume von allen Teilnehmern angenommen werden.

Ziel der Veranstaltung ist in erster Linie natürlich der spannende Impuls unserer Referenten, aber auch der Austausch und Dialog danach direkt mit den hochkarätigen Rednern. Gerade in diesen komplexen Zeiten wollen wir motivieren, zum Nachdenken anregen und Sie alle zum aktiven und positiven Umgang mit dem digitalen Wandel, auch, oder gerade in Corona Zeiten, animieren.

Seien Sie unser Online-Gast und melden Sie sich bitte unter dem nachfolgenden Link an:
https://10×10.ulm-digital.com

Wir freuen uns sehr auf Sie und Ihre persönliche Teilnahme! Gerne können Sie natürlich die Einladung in Ihrem persönlichen Netzwerk verteilen, schließlich verstehen wir als Verein uns als eine Klammer der gesamten Gesellschaft.

Die aktuelle Vortragsreihe war nicht nur ein großer Erfolg, sondern auch  ein Kraftakt aller Beteiligten in der Vorbereitung und der Durchführung. So haben Steffen Maurer und sein Team ebenso Herausragendes geleistet, wie unser Vorstandsmitglied Andy Buchenscheit. Vor, während und nach der Live-Schaltung, zum Beispiel beim Organisieren des Live-Streams und  der Chatrooms. Anmelden, Eintreten, Mit-Chatten und persönliche Chatrooms mit den Einzelreferenten haben sensationell funktioniert. Wochenlang wurde auf diese wenigen Live-Stunden hingearbeitet, und das nicht nur vom Team der UNO GmbH, Juliane Gumper und Heribert Fritz. Es wurden nicht nur Einladung, Anmeldung und Menschen mobilisiert und organisiert, sondern eben auch von einem Technik-Team an Spezialisten, die auch mit dieser Veranstaltung nicht nur auf die Inhalte der Referenten hingewiesen haben, sondern eben auch aufgezeigt haben, wie Veranstaltungen aktuell und in welcher Professionalität abgehalten werden können. Das ist digital.initiative und Digitale Transformation vom Feinsten. Auch sind die 270 angemeldeten Devices, und wahrscheinlich etwas mehr als 270 Personen, die virtuell teilgenommen haben, aktuell als ein sehr gutes Ergebnis zu bezeichnen. Die Qualität der Veranstaltung und der Referentinnen und Referenten sowie die technische Durchführung belegten auch die zahlreichen Rückmeldungen.

Die Qualität der Veranstaltung und der Referentinnen und Referenten sowie die technische Durchführung belegten auch die zahlreichen Rückmeldungen.

Hier nur einige Feedbacks.

„Lieber Heri, es ist für mich immer wieder spannend was Du / Ihr für Referenten an Land zieht. Herausragend fand ich Frau Kemmer. Eine Frau am Nabel der Zeit. Mehr solcher Politiker und es könnte anders laufen! Sehr interessant auch Prof. Kestler. Der macht Sachen, davon habe ich noch nichts gehört. Man lernt doch nie aus! Herr Dr. Bill und Arndt Geiwitz Vorträge fand ich sehr informativ. Danke, es hat mal wieder Spaß gemacht. Auch online!
Liebe Grüße Herr D.G.

Tolles Format, beeindruckende Technik, klasse Redner und last not least ein hervorragender Heri.
Herr M.G.

Es war eine rundum gelungene Veranstaltung, sehr spannende Einblicke in digitale Entwicklungen und technisch absolut rund und problemlos.
Frau A.B.

Ganz großes Kompliment, es war eine sehr informative und kurzweilige Präsentation. Gerade die Beschränkung der Redner auf 10 Minuten haben das Ganze so spannend gemacht. Und natürlich die Auswahl der Redner. Gerne hätte ich natürlich Herrn Landrat Freudenberger gehört, aber….. ja, wir leben in spannenden und spontanen Zeiten. Also ein ganz großes Lob an Herrn Fritz, auch für die Moderation und natürlich an Fa. Maurer Veranstaltungstechnik für die gelungene Präsentation (Lokalpatriotismus….ich wohne in Blaustein…..). Ich konnte einiges an Anregungen mitnehmen, auch wenn Digitalisierung nicht direkt zu meinen Arbeitsaufgaben gehört, aber davon betroffen sind wir ja alle…. und da ich in einem Querschnittsamt arbeite, gebe ich die Anregungen auch gerne an die Kolleginnen/Kollegen im Haus weiter.
Frau U.W.

Eine Superveranstaltung
Gunter Czisch, Oberbürgermeister der Stadt Ulm

Habe noch keine so perfekte Online-Veranstaltung gesehen!
Herr R.E.

Es hat Spaß gemacht. Weiter so initiative.ulm.digital!
Herr A.G.

„Die Durchführung dieser Veranstaltung ist für alle absolutes Neuland. Steffen Maurer hat nicht eben auf TV und Kommunikation umorganisisiert, er stand im März plötzlich von 100 auf 0 Umsatz und hat dann mühevoll in eine teure Greenbox mit professionellem Equipment und in die Ausbildung seiner Mitarbeiter investieren müssen. Gestartet bei 0“, lobte  Heribert Fritz die reibungslose technische Betreuung vor Ort in Dietingen bei Maurer Veranstaltungstechnik.

Die aktuelle Vortragsreihe 10×10 digital.konkret des Vereins „initiative ulm digital“ fand diesmal nicht in der Schalterhalle der Sparkasse Ulm statt, sondern wurde digital aus der Greenbox der Maurer Veranstaltungstechnik GmbH in Dietingen gesendet. Der Erfolg gab dem Format Recht: Über 250 Zuschauer verfolgten die Impulsvorträge zum Thema Digitalisierung und beteiligten sich danach engagiert an Diskussionen im Chat. „Wir hatten begeisterte Rückmeldungen zu Inhalt, Format und Technik“, berichtete Heribert Fritz, Vorsitzender der Digitalinitiative, der die Veranstaltung auch moderierte.   

Brandaktuell war das Thema „Digitale Transformation in der Medizin“ von Professor Dr. Hans Kestler, Leiter des Instituts für Medizinische Systembiologie an der Universitätsklinik Ulm. Kestler  wies auf Probleme hin, die die Digitalisierung an Kliniken erschweren, wie fehlende Datenerfassung und nicht kompatible Schnittstellen. Auch spielten ethische Fragen und Datenschutz in diesen sensiblen Bereichen eine wichtige Rolle. Ziel sei es, „Routinedaten“ zur Unterstützung der Behandlung von Patienten zu verwenden und Vergleiche mit anderen Patienten und Krankheitsverläufen in anderen Kliniken per Knopfdruck zu ermöglichen. Aktuell wurde im Frühjahr ein Corona-Test-Abfragesystem installiert, mit dem der Kommunikationsaufwand reduziert wird, sowie ein Betten-Dashboard, das freie Betten in verschiedenen Abteilungen und Kliniken meldet. Problematisch sei, so Kestler, dass „die Nachhaltigkeit fehlt“. Die Programme sind bis März 2021 finanziert. „Geld ist da, aber nur für wenige Monate“.

Dr. Stefan Bill, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Ulm, referierte aus der Sparkasse eigenen „Greenbox“ in der Neuen Straße. Das Geldinstitut treibt die Digitalisierung engagiert voran. „Die digitale Beratung wird weiter ausgebaut“, so Dr. Bill. „Die Kunden bestimmen aber den Beratungsweg: persönlich, digital oder beides“.  In den vergangenen Monaten organisierte die Sparkasse Ulm nicht nur digitale Kundenveranstaltungen, sondern auch eine digitale Mitarbeiterversammlung mit über 500 Teilnehmern „und über 150 Fragen an den Vorstand“. Zur Mitarbeiter-Fortbildung gibt es regelmäßig Webinare und Vorträge. Aktuell forciert die Sparkasse ihr Engagement im Social Media Bereich in Facebook und Instagram. Dr. Bill: „Wir wollen alle Kunden erreichen“. Das große Engagement hat einen einfachen Grund: „Wir ändern uns, um relevant zu bleiben in der Region“, betonte der Vorstandsvorsitzende.

Ronja Kemmer, CDU-Mitglied der Enquete-Kommission „Künstliche Intelligenzin“ des Deutschen Bundestags, sagte: „Künstliche Intelligenz  ist der nächste Motor der digitalen Transformation“. Die Kommission versuche Regeln dazu zu erstellen. Es gebe „lernende KI-Systeme“ und „ Regel basierte KI-Systeme“. Ziele der Kommission seien den Transfer von Forschung in Anwendung zu stärken, KI-Ökosystem aufzubauen und „Vertrauen zu schaffen“. Die Anwendungsbereiche von KI sind vielfältig, beispielsweise in Bildung, Gesundheit und natürlich in der Wirtschaft.

Sabine Meigel von der Stadt Ulm, die kurzfristig für den erkrankten Neu-Ulmer Landrat Thorsten Freudenberger eingesprungen war, informierte über die Digitalisierung in der Ulmer Stadtverwaltung. „Es passiert viel in ungeheurem Tempo“. so Sabine Meigel. So wurde eine „Roadmap zur digitalen Verwaltung“ erarbeitet und werde derzeit eine zentrale, kommunale Datenplattform geschaffen, weil „es eine eigene Infrastruktur braucht, um krisensicher zu sein“.  Beim Thema Zukunftswerkstatt werden Bürgerschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft eingebunden und vernetzt. Der Dialog mit den Bürgern funktioniere.  „Themen werden auch in diesen Zeiten nicht verschoben, sondern werden digital besprochen“.
Arndt Geiwitz, Geschäftsführender Gesellschafter der SGP Schneider Geiwitz & Partner, berichtete von der digitalen Transformation in seinem Unternehmen mit rund 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an 24 Standorten.  Wichtig für gutes Gelingen seien „Mut und Vertrauen, eine Strategie, organisatorische Prozesse und neue Geschäftsprozesse“. Parallel dazu müsse man „Mitarbeiter befähigen und Kapazitäten freisetzen“. In der Wirtschafsprüfung sei präsenzloses Arbeiten möglich, ebenso könne der Arbeitsfluss automatisiert werden. Ausschlaggebend sei, so Geiwitz, die Kunden einzubinden bei der Analyse der Daten und dem Prozesstiming. „In wenigen Jahren spielt Künstliche Arbeit bei der Wirtschaftsprüfung eine wichtige Rolle“, prophezeite der prominente Insolvenzverwalter aus Neu-Ulm.  Die Transformation müsse   „Chefsache sein, weil die Digitalisierung Bestandteil der Unternehmensführung ist“, sagte Arndt Geiwitz.

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