Auch 2022 ist Ulm Teil des Smart City Expo World Congress, der vom 15. bis 17. November in Barcelona veranstaltet wird und als eine der wichtigsten europäischen Messen im Bereich Digitalisierung und Smart City gilt. Das Motto für 2022: „Cities Inspired by People – Städte, inspiriert von Menschen“.
Die Smart City Expo will eine internationale Plattform schaffen, auf der sich städtische Akteure und Serviceanbieter treffen, um sich auszutauschen und Wege der öffentlich-privaten Zusammenarbeit zu erkunden. Neben Ulm sind auch eine Reihe weiterer Städte aus dem bundesweiten „Modellprojekt Smart Cities“ vor Ort in Barcelona. Für Ulm bietet sich hier die einzigartige Möglichkeit, sich mit anderen europäischen Städten über Smart-City-Lösungen auszutauschen, Schnittstellen zu finden und gemeinsame Kooperationsaktivitäten anzustoßen. Zudem wird Daniel Ballér, Mitarbeiter der SWU Telenet GmbH, im Rahmen der „BW_international“-Gesprächsrunde „Cities Inspired by People – Wie kann Technologie made in THE LÄND zu intelligenten und widerstandsfähigen Städten beitragen?“ auf dem Stand der GTAI (German Trade and Invest) den Datahub Ulm vorstellen. Im Arbeitskreis Innovation des Netzwerks „Eurotowns“ entwickelt Sindy Würffel, Projektmitarbeiterin der Digitalen Agenda, in Barcelona gemeinsam mit Kolleg*innen aus weiteren europäischen Städten trag- und förderfähige Projektideen. Ulm ist auch Teil der Abschlusskonferenz des International Cities Challenge-Netzwerks (ICC), die sich mit der Schwerpunktfrage „Wie gelingt der Übergang zu einer grünen, digitalen und widerstandsfähigen Wirtschaft?“ befasst. Sie bringt teilnehmende ICC-Städte und Experten zusammen und zielt darauf ab, eine Bestandsaufnahme der im Rahmen der ICC-Initiative erzielten Fortschritte zu machen, Errungenschaften und Fortschritte auf dem Weg zu einer grünen und digitalen Wirtschaft zu präsentieren und die künftigen Prioritäten angesichts der großen städtischen Herausforderungen neu zu bewerten. Der Smart City Expo World Congress (SCEWC) ist eine der wichtigsten Plattformen für urbane Innovation und bringt mehr als 700 Städten aus allen fünf Kontinenten zusammen. Besonders bemerkenswert ist, dass die Hälfte der Top-50-Metropolen, die im Global Cities Index 2021 von A.T. Kearney aufgeführt sind, am SCEWC teilnehmen werden. New York, London, Paris und Tokio führen die Liste weiterhin an, während andere wie Doha zu den Städten gehören, die sich im letzten Jahr am meisten verbessert haben. Wirtschaftliche Aktivität, Widerstandsfähigkeit, Anziehungskraft auf Talente oder kulturelles Leben sind einige der Parameter, die zur Erstellung dieser Klassifizierung herangezogen werden. Darüber hinaus werden auf der Ausstellungsfläche des SCEWC Pavillons aus Ländern wie Belgien, Brasilien, Chile, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Indien, Israel, Italien, Japan, Kanada, Lettland, Luxemburg, Mexiko, den Niederlanden, Nordirland, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, der Schweiz, Spanien, Südkorea und den Vereinigten Staaten sowie Stände der Europäischen Kommission, von UN Habitat und dem Weltwirtschaftsforum zu sehen sein. Parallel zum SCEWC findet nun zum 2. Mal die Messe „Tomorrow.Mobility“ statt, die vom EIT Urban Mobility mitorganisiert wird, einer Initiative des Europäischen Instituts für Innovation und Technologie. Sie befasst sich mit den dringenden Herausforderungen der Städte, wie etwa dem öffentlichen Nahverkehr vor dem Hintergrund steigender Energiepreise, der Einrichtung emissionsarmer Zonen, der Elektrifizierung und der Mikromobilität. Ziel ist, so schnell wie möglich Kohlenstoffneutralität zu erreichen.

„Ich bin zuversichtlich, dass wir wieder niedrigere Gas- und Strompreise bekommen, weil die Regierung wirksame Maßnahmen ergriffen hat“, machte SWU-Chef Klaus Eder rund 270 Unternehmerinnen und Unternehmern bei der gut besuchten Jahresveranstaltung der „initiative ulm digital“ im Wiley Club in Neu-Ulm Mut. Zuversichtlich machte auch das Schwerpunktthema „Quantentechnologie“, schließlich fließen in den nächsten fünf Jahren 250 Millionen Euro an Fördermitteln nach Ulm.

Die Jahresveranstaltung der Unternehmerinitiative ulm.digital war zweigeteilt. Geplant war das Schwerpunktthema „Quantencomputing“ mit Ulm als deutscher Hauptstandort. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine und den Folgen habe man umgeplant und eine hochkarätig besetzte Diskussionsrunde zusammengestellt, erklärte Vereinsvorsitzender Heribert Fritz bei der Begrüßung. „Müssen wir weiter viel Geld in neue Technologien stecken, wenn gleichzeitig die Finanzmittel an allen Ecken und Enden fehlen?“ fragte Fritz. Auf seine rhetorische Frage gab es eindeutige Antworten.
„Wir brauchen digitale Visionäre“, lobte die Neu-Ulmer Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger den Verein für seine Arbeit und Projekte und betonte im Zusammenhang mit neuen Technologien wie Quantencomputing, dass solche Entwicklungen „immer einen Schub für die Regionen geben“. Auch seien in der Geschichte immer schon „mutige Entscheidungen wichtig gewesen, um Krisen zu überwinden“. Junge Start Up-Unternehmen „dürfen sich natürlich auch gerne in Neu-Ulm ansiedeln“, warb sie für den Standort auf bayerischer Seite.

250 Millionen Euro an Fördermitteln fließen nach Ulm

Die Keynote, also den Hauptvortrag zum Thema „Quantenphysik“ hielt Professor Dr. Joachim Ankerhold, Vizepräsident für Forschung an der Universität Ulm und weltweit gefragter Experte für Quanten Systeme und Festkörperforschung. Ankerhold erklärte den Anwesenden das komplexe Thema mit einfachen Beispielen. Die Quantenphysik sind Wellenbewegungen und das physikalische Fundament der digitalen Revolution. Sie beschreibt die Naturgesetze im atomaren und subatomaren Bereich. Ohne die Quantenphysik gäbe es weder Computer noch GPS, Laser, Solarzellen oder auch Mobilfunk, TV, Radio, moderner Chemie und medizinischer Diagnostik wie das MRT. Ankerhold: „Quantenphysik ist bereits unser Alltag“. Sie ist beispielsweise bei der sicheren Übertragung von großen Datenmengen für Militär, Banken und Politik wichtig. Auch das Auto sei vollgestopft mit auf Quantenphysik beruhender Elektronik. Die Quantenphysik werde das tägliche Leben immer stärker beeinflussen und sei mittlerweile die bedeutendste wissenschaftliche Theorie für das heutige Leben. Genau aus diesem Grund würden die USA, China und Europa, aber auch Konzerne wie Amazon und Google Milliarden Dollar in die Forschung der Quantenphysik investieren. „Es geht darum, die Standards zu setzen und vorn dabei zu sein – und diese beispielsweise nicht China zu überlassen“.
Für die Quantenforschung, besonders im Bereich Quantencomputing und – sensorik sei Ulm „ein führender Standort in Deutschland, in Europa und in der Welt“, informierte Professor Ankerhold, daher fördere Deutschland den Standort auf dem Eselsberg „in den nächsten fünf Jahren mit rund 250 Millionen Euro“. Quantencomputing und Quantensensorik beeinflusse die Chemie, Pharmazie, Logistik und die Künstliche Intelligenz, da riesige Datenmengen schnell verarbeitet werden können. Über Quantensensorik könne man beispielsweise bald über mikroskopische DNA-Schnitzel eine Tumorentwicklung in einer Zelle erkennen, lange bevor ein Tumor im Körper erkennbar ist. Nun geh es darum in Ulm und an der Universität, die nötigen Infrastrukturen aufzubauen, so Ankerhold an und äußerte sich begeistert „über die unglaublich aktive Start Up-Szene“, die natürlich auch durch die gewaltigen Fördermittel für die Region angelockt und ermutigt würden. Mit dem Mut und der Visionen der Erbauer des Ulmer Münsters werde in Ulm auch das Thema Quantencomputing Großes leisten, schloss Professor Ankerhold seinen Vortrag unter großem Beifall.

Diskussionsrunde macht Mut

Zumindest weitgehend zuversichtlich äußerten sich – moderiert und befragt von Ulrich Becker, Chefredakteur der SÜDWEST PRESSE – die Teilnehmer der anschließenden Podiumsdiskussion, bei der es um aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen und Probleme ging. „Die Lage trübt sich ein. Die Logistik ist ein Indikator der Wirtschaft“, prognostizierte Harald Seifert, Geschäftsführer des gleichnamigen Ulmer Logistikunternehmens. Der Gaspreis für die Lkw sei teilweise auf das Zehnfache angestiegen, die Lagerstandorte seien voll und die Fachkräfte fehlten auch. Er bezweifelte, ob ein „Kinderbuchautor“ , gemeint ist Wirtschaftsminister Habeck, der richtige Mann an wichtiger Position in der aktuellen Krise sei und kritisierte, dass Atomkraftwerke keine längeren Laufzeiten bekämen.
„Deutschland und die Regierung machen vieles richtig“, entgegnete Klaus Eder, Geschäftsführer der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm. Der Ulmer ist Mitglied im Expertenrat von Wirtschaftsminister Habeck und daher „zuversichtlich, dass wir bald wieder niedrigere Preise bekommen werden“. Die hohen Gaspreise seien zustande gekommen, weil im Sommer ganz Europa hektisch Gas eingekauft hat. „Die große Nachfrage hat den Preise nach oben gebracht“. Der aktuelle Rückgang des Gaspreises sei nun auf die hohen Herbsttemperaturen zurückzuführen. Er verteidigte auch den Atomausstieg, der vor zehn Jahren gesetzlich festgelegt worden war. Der Betrieb der Atomkraftwerke sei per Gesetz zeitlich, die letzten drei zum 31. Dezember 2022, auf den Ausstieg ausgerichtet. Daher liefen die Betriebsgenehmigungen aus und gingen die Brennstäbe zur Neige. Diese müsste man im Osten, vermutlich in Russland einkaufen, was auch nicht sinnvoll sei. Außerdem wisse man immer noch nicht, wohin mit dem Atommüll. Und schließlich habe der Strom aus den Atomkraftwerken nur minimalen Einfluss auf den Strompreis, der bei längeren Laufzeiten „nur ein bis vier Prozent“ günstiger wäre.
Insgesamt helfe nur ein schneller Ausbau von Erneuerbarer Energie“, betonte der SWU-Chef. Um das zu erreichen, müssten die Betriebs- und Baugenehmigungen entschlackt und vereinfacht werden. „Photovoltaik muss für alle Dächer möglich sein. Ohne Gewerbeschein und Steuergesetze“, sagte er unter großem Beifall.
Aus der Sicht der Sparkasse Ulm berichtete der Vorstandsvorsitzende Dr. Stefan Bill über aktuell „keine signifikanten Insolvenzen“ und machte den hiesigen Unternehmern „ein großes Kompliment“. Allerdings sei die Lage nach Pandemie und mit Energiekrise, Krieg, problematischen Lieferketten und Fachkräftemangel „alles andere als bequem“. Seiner Ansicht nach werde die „Bürokratie mehr und mehr zum Problem“. Als Beispiel nannte er die Photovoltaik-Industrie. „Da waren wir vorne dran und haben es nicht durchgezogen“. „Insgesamt sind wir zu langsam. Die Unternehmen wollen schneller, können aber nicht“, stellte Dr. Bill unter Applaus fest.
„Der Mittelstand ist politisch bereit, in die Digitalisierung zu investieren“, sagte Andreas Baresel, Geschäftsführer der Datagroup SE, „aber Energieprobleme und das Umfeld machen derzeit Schwierigkeiten“. Seiner Meinung nach „müssen Wertschöpfungsketten neu gedacht werden, und die D ezentralisierung wird wichtiger“. Die Konsequenz: „Das müssen wir neu einpreisen und neue Themen sortieren“.
Ralph P. Blankenberg, Vorstandssprecher der Volksbank Ulm-Biberach, zeigte sich optimistisch und kritisierte die „German Angst“. Jetzt schon werde von Rezession gesprochen. Dabei bedeute Rezession ein Minuswachstum innerhalb von drei folgenden Quartalen. Blankenberg: „Somit haben wir frühestens im nächsten Herbst eine Rezession. Aber jeder redet schon davon, als hätten wir jetzt schon eine Rezession“. Bei seinem Besuch der weltgrößten Baumesse BAUMA in München habe er nur zufriedene Unternehmer angetroffen. „Wo kommen wir her?“ fragte der Bankchef, die Unternehmen hätten in den vergangenen zehn Jahren ihre Liquidität teilweise verdoppeIt, die meisten Unternehmen hätten glänzend verdient. „Ich will Optimismus verbreiten“, sagte Blankenberg und ergänzte: „Wir kommen da wieder gut raus“.
Das sieht auch der Ulmer Universitätspräsident Professor Dr. Michael Weber. „Wir müssen in die Zukunftsthemen investieren, auch wenn es finanziell schwerfällt. Sonst verlieren wir Wissen und Köpfe“. Nun sei es wichtig, dass in Ulm die Grundlagenforschung und Start Ups ausgebaut werden. „Bei der Quantenphysik und der Batterieforschung sind wir auf einem guten Weg, weil wir dazu auch die richtigen guten Leute haben“, was auch Topbewertungen bei verschiedenen Rankings belegten. Allerdings macht Weber eine bundesdeutsche Entwicklung Sorgen: „Die Basis-Finanzierung für die Wissenschaft schrumpft“.
„Wir haben uns die letzten 20 Jahre überlegt, was wir nicht wollen“, klagte der Ulmer OB Gunter Czisch, der sich auch gegen übertriebenes Anspruchsdenken wandte. In der aktuellen Situation sollte „jeder seine Ansprüche anpassen“. Mit Blick auf die 250 Millionen Fördergelder werde die Stadt „Brücken bauen zwischen der Wissenschaftsstadt und dem Donautal“. Insgesamt werde die Stadt die Lage meistern. „Ich bin echt zuversichtlich“, machte auch Czisch Mut.
Auch die abschließende Frage, wo die Unternehmen und Wirtschaft der Region im Frühjahr 2023 stehen, wurde positiv beantwortet. „Super und vorn dran“, so Harald Seifert. „Sehr gut, weil wir uns mit den wichtigen Themen beschäftigen“, meinte Andreas Baresel. „So wie jetzt“, erklärte Prof. Michael Weber, weil in der Wissenschaft in längeren Zeiträumen gedacht und gearbeitet werde. Optimistisch und zuversichtlich äußerten sich auch die Chefs der Geldinstitute, Ralph P. Blankenberg und Dr. Stefan Bill, ebenso wie der Ulmer OB Gunter Czisch und Klaus Eder versprach: „Es gibt keine Versorgungskrise und wir kommen gut durch den Winter“.
Nach der informativen Podiumsdiskussion diskutierten die Besucherinnen und Besucher in kleiner Runde bei kalten Getränken und Köstlichkeiten aus der Wiley Club-Küche weiter und knüpften zu den stilvollen Klängen des Lea Knudsen/Joe Fessele/Norbert Streit-Trio neue Kontakte.

Die Stadt Ulm hat sich laut dem heute (20.9.2022) veröffentlichten
Bitkom -Smart City Index in der Gesamtbewertung um 13 Plätze
verbessert. Im Bereich Energie und Umwelt erobert die Stadt mit
Rang 2 sogar einen Platz unter den Top10 in Deutschland.

Die Stadt Ulm hat sich in der öffentlichen Smart City Rangliste des
Vereins Bitkom um 13 Plätze (72,8 Punkte. 2021: 59,4 Punkte) auf Rang
16 verbessert. Im Bereich Energie und Umwelt schaffte es die Stadt mit
ihren digitalen Maßnahmen sogar unter die Top 10 in Deutschland. Mit
Platz 2 konnte Ulm bei diesen Bewertungen 40 Plätze seit dem
vergangenen Jahr gut machen. Auch in den Bereichen Verwaltung und
Gesellschaft zeigt die Tendenz nach oben.

Für Czisch ist das ein Grund zur Freude. Dennoch bleibt er realistisch:
„Wir messen uns grundsätzlich an der Entwicklung unserer eigenen
Maßnahmen und an kommunalpolitisch festgelegten
Handlungsschwerpunkten. Und dies sehr kritisch. Die Kriterien der
verschiedenen öffentlichen Klassifikationen nehmen wir natürlich mit
Spannung zur Kenntnis. Sie sind jedoch nicht entscheidend für unser
Vorhaben, unseren Weg hin zu einer digitalen und nachhaltig geprägten
Stadt mit großer Bürgerorientierung mit Nachdruck weiterzugehen.“

Auch Sabine Meigel, Leiterin der Geschäftsstelle Digitale Agenda, wo
gerade ein Treffen der zehn deutschen Städte, mit denen Ulm im Bereich
Digitalstrategie zusammenarbeitet, stattfindet, betont: "Für das Gelingen
der Digitalisierung in Deutschland ist es absolut notwendig, dass Städte in
kommunaler Kollaboration arbeiten. Dieser Ansatz wird durch die Smart
City-Förderung des Bundes, an der Ulm auch beteiligt ist, stark
vorangetrieben. Dagegen erwecken Rankings oft den Eindruck, als würde
jede Stadt allein die digitale Transformation voranbringen können. Das ist
falsch. Nicht als Konkurrenten gegen-, sondern miteinander arbeiten, das
ist der richtige Weg."

„Ich freue mich, dass uns wieder Topführungskräfte über die Digitalisierung in ihrem Haus informieren“, sagte Heribert Fritz, Vorsitzender der „initiative.ulm.digital“, bei der Vortragsveranstaltung „10 x 10 digital.konkret“ in der gut besuchten Kundenhalle der Sparkasse Ulm. Fritz lobte die Sparkasse als „digitales Vorzeigeunternehmen“. Hausherr Dr. Stefan Bill, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Ulm, gab das Lob zurück und bezeichnete die Initiative sowie die Vortragsveranstaltung als wichtig und wegweisend.

Nach Hans-Joachim Endress, Vice President Residential Sales & Service Europe and Pacific des Gartengeräteherstellers Husqvarna, macht allein schon die Größe des Unternehmens den Einsatz digitaler Techniken und Strategien notwendig. 15 000 Mitarbeiter in 28 Produktionsstätten weltweit müssten optimal vernetzt werden. „Wir sind ein altes, traditionsreiches Unternehmen, das aber oft so aktiv wie ein Start Up ist“, betonte der Geschäftsführer, der live in die Sparkassen-Kundenhalle geschaltet wurde. In der Vergangenheit habe man sich zu sehr auf den Verkauf der Rasenmäher und Bewässerungsanlagen über Vertriebsmitarbeiter und Händler konzentriert. Zum einen wandle sich das Einkaufsverhalten der Kunden in Richtung Internet, zum anderen gebe es große Probleme bei den Händlern Betriebsnachfolger zu finden. Daher konzentriere sich Husqvarna verstärkt auf E-Commerce und Webshops, vermeide aber Amazon und überlasse den Händlern das After Sale-Geschäft. Aus diesem Grund werde das digitale Marketing, zum Beispiel auch mit Influencern, verstärkt. Für Werbung und Verkauf braucht das Unternehmen laut Endress viele Informationen. „Wir wollen und müssen mehr wissen über unsere Kunden“. Und auch bei den Produkten gibt es einen Wandel von Benzin- zu Akku-Geräten und zu Apps, die unter anderem per Handy immer genauere Steuerungen von Mährobotern und Bewässerungssystemen ermöglichen, die die Gartenpflege erleichtern.

Ebenfalls mehr Daten über Objekte und Kunden will Johannes Hirn zusammenführen. „Mehr Daten für Kunden bedeuten mehr Qualität“, so Hirn. Der Geschäftsführer der Hirn Projekt GmbH in Ulm wies auf den Wandel im Maklerbereich hin, nämlich hin zu virtuellen Haus- und Wohnungsbesichtigungen und Beratungen per E-Mail. Mit der Digitalisierung wolle man ein einheitliches Qualitätsmanagement und auch ein papierloses Maklerbüro schaffen, Denkmuster aufbrechen und dadurch „mehr Zeit für den Kunden“ zur Verfügung haben. „Am Ende des digitalen Prozesses muss aber immer der Mensch stehen“, sagte Johannes Hirn.

Ganz andere Erfahrung mit der digitalen Transformation macht derzeit Petra Engstler-Karrasch, Geschäftsführerin der IHK Ulm. 79 IHK-Geschäftsstellen, darunter auch die in Ulm, wurden im Sommer Opfer eines Hacker-Angriffs. „Es herrscht Chaos und es gibt größte Schwierigkeiten, die verschiedenen Medien zusammenzubringen“, räumte Petra Engstler-Karrasch ein. „Wir sind nur bedingt arbeitsfähig“. Grundsätzlich müsse man die digitalen Veränderungen aktiv gestalten und begleiten. Dies werde dadurch unterstützt, dass die IHK Ulm die Digitalisierung im Verbund mit anderen IHK im Land vorantreibe. Diese Hilfe sei notwendig, sonst hätte die IHK die Flut der Anträge auf Corona-Soforthilfe, die über die IHK gelaufen sind, nicht bewältigen können, sagte die IHK-Geschäftsführerin.

Aus der Sicht einer Behörde informierte Landrat Thorsten Freudenberger über den digitalen Wandel, „der nicht nur Spaß gemacht hat“, im Landratsamt Neu-Ulm, wo in manchen Büros bis vor wenigen Jahren noch auf Schreibmaschinen getippt wurde. Wichtig sei, so der Landrat, „alle beim Prozess mitzunehmen und als Führungskraft selbst mit gutem Beispiel voranzugehen“. Da die Umstellung auf digital in einer Behörde „nicht eins zu eins möglich ist“ werde der Wandel mit einem Prozessmanagement begleitet. Und die Transformation geht voran: So gibt es im Landkreis Neu-Ulm schon über 200 digitale Antragsmöglichkeiten und für viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mobile und somit digitale Arbeitsplätze. Da aber nicht alle Landkreisbewohner internetaffin sind, helfe die Behörde mit digitalen Bürgerzentren im Kreisgebiet. Grundsätzlich sei der digitale Wandel ein Prozess, „für den wir jugendlichen Mut, manchmal auch Leichtsinn brauchen“, so Freudenberger.

„Ulm baut um“ lautet der Slogan der Ulmer Baubehörde, der auch für die digitale Transformation in Ulm und in der Stadtverwaltung gelte, betonte Martin Bendel, der aus Bonn zugeschaltet wurde. „Das ist ein schwerer Tanker, der den Wandel schaffen muss“, sagte der Ulmer Finanzbürgermeister. Die Stadt Ulm veranschlage pro Jahr rund drei Millionen Euro für digitale Projekte, 2000 der 3000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiteten mit mobilen Endgeräten und die städtische IT-Abteilung sei jährlich mit rund 20 000 Supportanfragen beschäftigt, verdeutlichte Bendel die Dimensionen. Mobiles Arbeiten sei für das städtische Personal möglich, auch dank E-Akten und allen wichtigen Infos im städtischen Netz. Für die Transformation benötige man ein „Roadmap“ mit Orientierung auf den Nutzen, schließlich wolle die Stadt „Mehrwerte schaffen“. Wichtig seien nach wie vor Datenqualität und Datenschutz sowie eine bessere Qualität der Lösungen für die Nutzer.

Steffen Maurer, Geschäftsführer der Maurer Veranstaltungstechnik GmbH, berichtete von der katastrophalen Entwicklung in der Pandemie für seine Branche. Seine Firma, bei Bedarf auch im Verbund mit sechs Partnerunternehmen als „Event Partner“, erweiterte „aus der Not“ die Dienstleistungen und richtete drei unterschiedlich große TV-Studios. Seitdem planen Maurer und „Event Partner“ digitale Kongresse und Firmenveranstaltungen. Die Teilnehmer saßen zuhause vor dem Bildschirm wurden aber in die Veranstaltung miteinbezogen und aßen das gleiche Gericht, dessen Zutaten nach Absprache tags zuvor geleifert wurden. Die 3D-Welt der „Event Partner“ vereint Entertainment, Messe und Informationen, die auch in mehreren Sprachen und verschiedenen Ländern gesendet werden und als Aufzeichnung sogar dauerhaft präsent sind und als Content hinterlegt und archiviert werden können. Auch wenn wieder Präsenzveranstaltungen möglich sind, würden die digitalen Möglichkeiten im Veranstaltungsbereich weiterhin angeboten und weiter entwickelt, getreu dem Grundsatz: „Das Beste aus beiden Welten“, versicherte Michael Demuth, Inhaber der Agentur ME und „Event Partner“.

Thomas Eifert, Geschäftsführer der gastromenü GmbH, arbeitet vielfältig digital, etwa mit APPs für die Bestellungen für 290 Kitas, die gastromenu beliefert, Webshops für Gutscheine und Event-Tickets. Und auch im Sterne-Restaurant „Seestern“, in dem der Gast seit 2019 nicht nur Tisch, Personenzahl, Tag und Uhrzeit reservieren, sondern auch Wein und Menü wählen sowie auf Wünsche wie vegetarisch oder auf Allergien verweisen kann. „Das nutzen in unserem Sterne-Restaurant 60 Prozent der Gäste“, so Eifert. Das habe nicht nur Vorteile für die Gäste, sondern auch für die Küche, die sich so perfekt auf den Abend und die Wünsche der Gäste vorbereiten könne. Einen Tag vor dem Termin erhält der Gast eine Erinnerung, mit der er die Reservierung bestätigen muss. Tut er das und erscheint aber nicht zum vereinbarten Termin werden 50 Euro je fehlendem Gast berechnet. Seitdem sei das allgemein die Gastronomie belastende Thema „No Show“, also reservieren, aber nicht erscheinen, im „Seestern“, in dem aktuell zwei Sterne-Köche arbeiten, kein Problem mehr, versicherte Eifert, der sich auch persönlich um die – ebenfalls online -abgegeben Bewertungen seiner Gäste kümmert. Sein Fazit: „Gastronomie und Digitalisierung passen sehr gut zusammen“.

Andreas Buchenscheit, Geschäftsführer der Ulmer Cortex Media GmbH, berichtete über vielfältige digitale Anwendungsmöglichkeiten von Infoseiten wie „Frag Mutti“ über digitale Hinweisgeber in Museen, aber auch von den Herausforderungen für große Unternehmen mit vielen Niederlassungen weltweit, diese immer gleichzeitig, stets aktuell und auch in den jeweiligen Landessprachen zu informieren. Das gelinge einfach und wenig aufwendig nur mit speziell konfigurierten Cloud-Lösungen. „Ein Browser reicht dafür nicht mehr aus“, so Buchenscheit, dessen Unternehmen speziell für diese Probleme Lösungen sucht und findet.

Voll gestopft mit Wissen genossen anschließend die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das ganz reale Finger Food von Gastro Menü und nutzten die Möglichkeit zum zwanglosen Kontakten bei erfrischenden Getränken und coolem Barjazz mit Joe Fessele am weißen E-Piano mit Sängerin Lea Knudsen.

Sehr produktiv ist die diesjährige Klausurtagung der initiative ulm digital verlaufen. In der Oldtimerfabrik Classic in Neu-Ulm diskutierten Andreas Buchenscheit, Heribert Fritz, Bernd Pötter, Björn Semjan, Antonija Scheible), Roland Eisenlauer, Prof. Frank Kargl, Sabine Meigel, Gerhard Gruber und Niklas Schütte, der neue Leiter des Verschwörhauses, die anstehenden Schwerpunktthemen, Veranstaltungen und Aktionen für die folgenden Monate. Vereinsvorsitzender Herbert Fritz lobte am Ende der Klausurtagung die konzentrierte und produktive Zusammenarbeit. Ein Höhepunkt der Veranstaltung war der informative Vortrag von Prof. Dr. Michael Denkinger, Chefarzt und Ärztlicher Direktor von Agaplesion Bethesda Klinik Ulm, über das Thema „Daheim Dank Digital“.

Exkursionen zu Unternehmen in der Region
Diskutiert und geplant werden Exkursionen zu Unternehmen in der Region, die die digitale Transform14. Septation anschaulich um- und einsetzen.

Geplante Aktivitäten
Jahresveranstaltung am 26.10.2022 im Wiley Club in Neu-Ulm mit Schwerpunkt „Populäres Quantencomputing und Quantensensorik“. Der Schwerpunkt wurde deshalb gewählt, weil Quantencomputing ein komplexes Thema ist, das in Unternehmen und in der Gesellschaft noch nicht so richtig angekommen ist. Außerdem ist Ulm Hauptstandort für Quantencomputer in Deutschland mit einer Gesamtförderung von zwei Milliarden Euro. Mögliche Themen der Jahresveranstaltung sind Supercomputing heute, Quantensprung, Quantencomputing und Anwendungsszenarien.

Zwei Mal 10 x 10 digital.konkret
Am 14. September 2022 heißt das Thema der Vortragsveranstaltung 10 x 10 digital konkret „Die Ulmer und Neu-Ulmer auf dem Weg der Digitalisierung“.
Am 7. Februar 2023 geht es um das Thema „Cyber Security in der Cloud“.
Die Veranstaltungen finden – wie immer – im Foyer der Sparkasse Ulm statt.

Vereinsaktivitäten
Überlegt werden auch gemeinsame Aktivitäten für die Vereinsmitglieder, beispielsweise ein Kinobesuch am 14.12.2022 zur Premiere des Films Avatar II und eine Weihnachtsfeier am 20.12.2022. Weitere Aktivitäten werden noch überlegt.

Neues Format: Mitgliedsunternehmen stellen sich vor
Diskutiert wurde auch ein neues Format im bisherigen Format 10 x 10 digital.konkret. Hier könnten sich Mitgliedsunternehmen den Mitgliedern bei einem Besuch vor Ort präsentieren und die digitale Transformation vorstellen. So wären beispielsweise Besuche bei Beurer, Zwick Roll oder den SWU-Leitstellen mögflich.

Förderung von Projekten
Der Verein wird weiterhin innovative Projekt mit Kontakten, Fachwissen und Geld fördern. So soll Jugend forscht – Sonderpreis im Bereich Informatik / Digitalisierung – in Höhe von 500 €uro unterstützt werden. Unterstützt wird auch das Projekt Einstein Motorsport der Hochschule Ulm. Geprüft wird auch, ob der Verein künftig den Wettbewerb StartUp BW unterstützt.

Auslobung eines Wettbewerbs „Digitale Ideen
In Planung ist auch ein großer Wettbewerb mit dem Oberbegriff „Digitale Ideen für die städtische Gesellschaft“. Die Anforderungen und Details sowie Broschüren und Internetauftritt für den Wettbewerb werden in den kommenden Monaten diskutiert und ausgearbeitet. Die Digitalinitiative will den Wettbewerb mit 15 000 Euro dotieren.

Die nächsten wichtigen Themen
Weiter ging es darum, welche Themen in Pandemie- und Kriegszeiten für Unternehmen, aber auch andere Interessensträgern der Gesellschaft von besonderer Bedeutung sind und welche Themen die initiative.ulm.digital e.V. überbetonen und angehen möchte. Das sind die Themen Cyber-Security und Datenschutz z.B. Cloud Themen sowie Quantencomputing und Quantensensorik
Grundsätzlich geht es der Digitalinitiative um:
Technologie – Innovationen
Technologie – Adaption im Format wie digital.konkret
Technologie – Einzug in die Gesellschaft

Digitale Helfer für alte Menschen
Prof. Dr. Michael Denkinger, Chefarzt und Ärztlicher Direktor von Agaplesion Bethesda Klinik Ulm, referierte abschließend über das Thema „Daheim Dank Digital“ und über das gleichlautende Forschungsprojekt in und von der Agaplesion Bethesda Klinik Ulm. Bei dem Projekt geht es um digitale Helfer, die es alten und auf Unterstützung angewiesenen Menschen ermöglichen, ein weitgehend eigenständiges Leben zu Hause zu ermöglichen. Deutlich wurde im Vortrag, dass es jetzt schon viele digitale Helfer für ein digitales Zuhause gibt. Ausschlaggebend sei aber, so Denkinger, dass die jeweiligen Geräte, APPS und Software von den alten Menschen auch verstanden und bedient werden können – und damit auch akzeptiert werden. „Erst dann sind sie auch eine wirkliche Hilfe im Alltag“, so Denkingers Bilanz zum Zwischenstand des Forschungsprojekts.

Viel Lob und viele Informationen über aktuelle digitale Projekte und Pläne in den Städten Ulm und Neu-Ulm hat es bei der Mitgliederversammlung des Vereins „initiative.ulm.digital“ im Haus der Donau gegeben. Bei den Wahlen wurde der Vorstand im Amt bestätigt. Zum Vorsitzenden wurde erneut Heribert Fritz gewählt.

„Digitale Talente und Ideen fördern und Macher unterstützen“, so fasste Heribert Fritz, Vorsitzender des Ulmer Vereins „initiative.ulm.digital“, zu Beginn der Mitgliederversammlung im „Haus der Donau“ die Ziele der Unternehmerinitiative, „die der Allgemeinheit dient“, zusammen. Der Verein habe seit seiner Gründung im Jahr 2016 „Wissenschaft, Stadtpolitik und Wirtschaft gut zusammengebracht“. Ulm habe als „dritte Stadt weltweit“ die LoRaWan-Technik installiert, so Fritz.
Das sah auch der Ulmer Oberbürgermeister Gunter Czisch so. Für ihn ist der Verein und seine Mitglieder ein „Think Tank für Ulm“. Die Initiative sei auch ein erfolgreiches Beispiel dafür, „wie wir die Dinge gemeinsam in die Hand nehmen“. Die digitalen Innovationen und vor allem die Daten, die in der Stadt gesammelt werden, sollen in der Stadt bleiben. „Daten sind Geld und von den Daten sollen alle Bürger profitieren“, betonte Czisch.
Professor Dr. Michael Weber, Präsident der Universität Ulm, bezeichnete die Initiative als „Katalysator in der Stadt“. Der Initiative gelänge es immer wieder, digitale Themen besonders hervorzuheben und zu platzieren, wie nun beispielsweise das Quantencomputing. Auch habe das Digitale Einfluss, wie das Studium neu gestaltet werde mit Coworking Space und innovativen Bildungsformaten.
Antonija Scheible berichtete über die Arbeit des Vereins und versicherte stellevertretend für alle Vorstandsmitglieder: „Wir sind nach wie vor mit viel Herzblut dabei“.
Andy Buchenscheit sprach von einem „verrückten Jahr“ und verwies auf die Vortragsveranstaltungen „10 x 10 digital konkret“ zu den Themen Gastronomie und Handel sowie Bildung, die Jubiläumsveranstaltung „Ein Jahr LoRaWan“ und die jährliche Klausurtagung die 2021 teils in digitalen Formaten, aber nicht minder erfolgreich angeboten und durchgeführt wurden. Mit dem LoRa-Park am Weinhof ist Ulm aktuell auf der Expo in Dubai vertreten. Mit der Information, dass eine Live-Schaltung von dort nach Ulm „an der fehlenden Drehgenehmigung des Emirats“ gescheitert sei, sorgte Buchenscheit für Schmunzeln bei den rund 30 anwesenden des rund 70 Mitglieder starken Vereins. Buchenscheit kündigte an, dass die kommende Jahresveranstaltung das Thema Quantencomputer im Fokus habe. Weiter wolle man das Verschwörhaus mit seinem neuen Leiter Niklas Schütte unterstützen und sich im laufenden Jahr um die Themen Fake News und IT-Sicherheit kümmern. Buchenscheit: „Auch für Unternehmen ist die Medienkompetenz unglaublich wichtig“.
Für die Stadt Ulm stellte Sabine Meigel zusammen mit Gerhard Gruber das Projekt „Smart City“ vor, für das Daten Ulmer Bürger und Daten aus vielen verschiedenen Bereichen gesammelt werden und die dann zum Nutzen der Stadt und der Bürgerschaft gebündelt und vernetzt wieder eingesetzt werden sollen. Ziel sei es eine zentrale Datenplattform als „Hafen für Ulmer Daten“ zu schaffen. Denn Daten und dazugehörige technische Lösungen gewinnen zunehmend an Relevanz für alle Kommunen in allen Größen. Die Plattform integriert und aggregiert heterogene und verteilte Daten aus verschiedenen Systemen, IoT-Lösungen und Anwendungen und stellt sie gebündelt bereit.
So sollen übergreifende Verknüpfungen von Daten, Tätigkeiten und Dienstleistungen des alltäglichen Lebens entstehen, die die Bürgerschaft komfortabel mit der Stadt verbindet und neue Dienstleistungs- und Wertschöpfungsinnovationen für die ansässigen Unternehmen schafft. Laut Meigel geht es nun darum, wie die Kommunen von unseren Erfahrungen und Lösungen profitieren können, wie die Lösungsansätze für kleine und mittelgroße Kommunen aussehen, die sie weder personell noch finanziell überfordern und wie die dazugehörigen Geschäftsmodelle bzw. Vertriebsmodelle aussehen.
Robert Schwarz, Zukunftsbeauftragter der Stadt Neu-Ulm, informierte über die digitale Stadtentwicklung und das IDEK und Smart City-Projekt. „Wir arbeiten an einer praxisnahen, individuellen Digitalisierungsstruktur“, so Schwarz, der die erkrankte Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger vertrat. Maßstäbe einer erfolgreichen digitalen Transformation seien Nachhaltigkeit und Menschlichkeit, sagte Schwarz. Große Projekte in Neu-Ulm in diesem Bereich sind Digitaler Zwilling, Rollendes Stadtlabor, Smart-City-Dashboard und eine urbane Datenplattform. Um dies optimal zu erreichen wolle man Synergien in der Region Ulm/Neu-Ulm nutzen.
Wie der Verein junge Talente fördert, verdeutlichten Karl Wiesmayer und Iliya Glamazdin. Die beiden THU-Studenten, Sprecher des 70 Mitglieder starken Einstein Motosport-Teams, informierten über den technischen Stand und das Konzept des aktuellen Rennwagens, der an der Hochschule konstruiert wird und mit dem der studentische Rennstall an der „Formula Student“, dem größten Konstruktionswettbewerb der Welt, teilnimmt. „An dem Wettbewerb beteiligen sich weltweit rund 800 Hochschulen“, so Karl Wiesmayer, der wie alle anderen Studierenden in seiner Freizeit das hochtechnische Auto für die Rennen vorbereitet. Aktuell tüftelt das Team an einem elektrischen Rennwagen mit autonomem Fahrsystem, was von der „initiative.ulm.digital“ mit Geld, Wissen und Firmenkontakten unterstützt wird.
Vereinskassier Björn Semjan informierte anschließend die Mitglieder über das Vereinsvermögen und einen stabilen Kassenstand.

Vorstand von sechs auf vier Mitglieder reduziert

Die Vorstandsmitglieder Bernd Pötter und Gerhard Gruber, der seit der Vereinsgründung im Vorstand wirkte, hatten schon im Vorfeld angekündigt, aus Zeitgründen nicht mehr für den Vorstand kandidieren zu wollen. Heribert Fritz bedankte sich ausdrücklich für deren engagierte Mitarbeit, die beide im Vereinsbeirat fortsetzen wollen. Das Ausscheiden der Vorstandsmitglieder wurde zum Anlass genommen, das Gremium von sechs auf vier Personen zu reduzieren. Die Mitglieder stimmten einem entsprechenden Antrag des Vorstands zu.

Vorstand im Amt bestätigt

Bei der Wahl wurden dann die Vorstandsmitglieder Antonija Scheible, Andreas Buchenscheit und Björn Semjan, ebenso wie als Vorsitzender der langjährige Vereinschef Heribert Fritz im Amt bestätigt.

Die diesjährige Mitgliederversammlung des Vereins „initiative.ulm.digital e.V.“ findet am Dienstag, 3. Mai, im Haus der Donau in der Kronengasse in Ulm statt. Beginn ist um 18.30 Uhr.
Bei der Mitgliederversammlung des Vereins „initiative.ulm.digital e.V.“ werden nach den Grußworten von Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger, Oberbürgermeister Gunter Czisch und von Professor Dr. Michael Weber, Präsident der Universität Ulm, aktuelle Vereinsprojekte erläutert. Außerdem stehen die Wahl des Vorstands und des Vorstandsvorsitzenden für die Periode 2022 bis 2024 auf der Tagesordnung. Die Versammlung beginnt um 18.30 Uhr.

Derzeit läuft im m25 am Schuhhausplatz in Ulm die Ausstellung „ulm.zukunft.werkstatt“ (noch bis 8.Mai). Die Digitale Agenda zeigt dort die ersten Ergebnisse aus der Projektarbeit der Zukunftsstadt Ulm und informiert in Vorträgen, Workshops und Bürgerfragestunden über Ulmer Digitalprojekte.
Passend dazu hat das Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation aus Stuttgart seine bereits zum fünften Mal stattfindende »Morgenstadt Werkstatt NEO« nach Ulm gelegt. An zwei Tagen (2.und 3. Mai) sind Kommunen und Landkreise eingeladen, sich vor Ort und online mit dem Thema »Kommune der Zukunft« auseinanderzusetzen
Zur Eröffnung wird Innenminister Thomas Strobl am Montag, 2. Mai, 10 Uhr im Haus der Begegnung erwartet. In Ulm dabei sein wird auch Univ.-Prof. Dr. rer. oec. habil. Katharina Hölzle, seit 1. April neue Institutsleiterin am Fraunhofer IAO. Das detaillierte Programm gibt es hier.

Die Smart City Strategie Ulm stößt bundesweit auf großes Interesse: Mehr als 130 Vertreter aus Kommunen, Landkreisen und Institutionen sind der Einladung der Bonner Koordinierungs- und Transferstelle Modellprojekte Smart Cities (KTS) gefolgt, die am Dienstag (5. April 2022) in Ulm ihre dritte Regionalkonferenz ausrichtete unter dem Thema „Smart-City-Strategien gemeinsam entwickeln und Chancen nutzen in meiner Region“.
Ulm ist eine der ersten Städte in Deutschland, die eine eigene Smart City Strategie entwickelt und auf den Weg gebracht hat. Genau darüber wollten die Gäste mehr erfahren, die sich virtuell in einem Blausteiner Studio versammelt hatten und unter anderem aus Gera, Paderborn und Wolfsburg zugeschaltet waren.
Die KTS versteht sich als Schaltstelle, die Digitalisierungswissen sammelt und an die Modellprojekte Smart Cities (MPSC) weitergibt, im Auftrag des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB), unter dessen Dach die Smart City Themen & Projekte seit dem Regierungswechsel beheimatet sind.
Wissen zur Verfügung zu stellen, sei das eine – wie es letztlich genutzt wird, das entscheide sich in den Kommunen. Dort helfen Smart City Strategien, den Weg des digitalen Wandels konsequent zu gehen, um die Zukunft sinnvoll und souverän gestalten zu können. Das Beispiel Ulm zeige, wie eine solche Strategie ausgestaltet werden kann. „Digitalisierung ist kein Spielzeug, sie ist kein Selbstzweck“, stellte Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch als eine Maxime seinen Überlegungen voran – und solche „Leitplanken“ seien wichtig.
Den Weg des digitalen Wandels selbst geben in Ulm die Bürger vor: „Aus der Bürgerschaft kamen die Impulse, die dann in der Verwaltung und mit Experten intensiv diskutiert wurden“, berichtet er. Es gehe darum, die eigenen Stärken zu erkennen und weiter zu stärken. Die daraus resultierenden Projekte seien Experimentierfelder und erste Gradmesser gewesen – und mündeten schließlich in die Smart City Strategie Ulm, die im Oktober 2021 vom Gemeinderat verabschiedet wurde.
Eine Expertenrunde mit Professor Gerhard Steinebach von der TU Kaiserslautern, Dr. Robert Thomann, Innovationsmanager der MVV Energie AG in Mannheim, Professorin Melanie Humann als Wissenstransfer-Expertin der Agentur Urban Catalyst und Sabine Meigel, Leiterin der Digitalen Agenda Ulm, diskutierte die Herausforderung, eine Smart City Strategie zu entwickeln aus verschiedenen Perspektiven, ehe die Teilnehmer aus dem Bundesgebiet in eigenen – ebenfalls virtuellen – Arbeitsgruppen detaillierter ins Konferenzthema einstiegen.

Wie sieht digitale Verwaltung in einer digitalen Stadt aus? Darüber referieren im Rahmen der Reihe „Von der Zukunftsstadt Ulm zu Ulm4CleverCity“ Martin Bendel, Erster Bürgermeister der Stadt Ulm, und Prof. Dr. Jörn von Lucke, Zeppelin Universität Friedrichshafen Mittwoch, 6. April 2022, im Club Orange in der Volkshochschule Ulm. Die Vorträge beginnen um 19.30 Uhr.
In vielen Bereichen von Forschung, Politik und Wirtschaft werden Projekte entwickelt und durchgeführt, an denen auch Bürgerinnen und Bürger beteiligt sind. Um die Ergebnisse aus diesen Projekten und das neue digitale Wissen der Bürgerschaft zu vermitteln und verständlich zu machen, bieten die Ulmer Volkshochschule, die Digitale Agenda der Stadt Ulm und das ZAWiW der Universität Ulm eine Vortragsreihe an: „Von der Zukunftsstadt Ulm zu Ulm4CleverCity“. An den Vortragsabenden sollen Teilprojekte oder ausgewählte Themen der Digitalisierung vorgestellt werden. Am Mittwoch, 6. April, geht es um aktuelle Fragen rund um den digitalen Wandel in der Verwaltung. Was prägt die digitale Stadt und ihre digitale Verwaltung? Was muss in Ulm getan werden, um den Transformationsprozess der Digitalisierung gemeinsam erfolgreich zu gestalten?
Die Digitalisierung der Stadtverwaltung und ihrer Verwaltungsleistungen ist eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Die Anforderungen und Erwartungen an digitale Angebote, Verwaltungseffizienz und Serviceorientierung nehmen stetig zu. Zudem gibt das Onlinezugangsgesetz (OZG) mit Hilfe von rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen den Takt vor für die Einführung von Online-Dienstleistungen für die Bürgerinnen und Bürger. Die Stadtverwaltung forciert aktiv den digitalen Wandel der Stadt, um ihren Rollen als Ermöglicherin, Partnerin, Dienstleisterin und Arbeitgeberin gerecht zu – werden. Dazu gehört auch, gewohnte Strukturen und Abläufe zu hinterfragen und der Mut zur Gestaltung, Veränderung und Innovation. Zugleich bedarf es aber auch überzeugender Leitbilder, ambitionierter Ziele, motivierter Mitarbeiter*innen und eines hohen Grads an Durchhaltevermögen.
Wie dies konkret gelingen kann, diskutieren Ulms Erster Bürgermeister Martin Bendel und Prof. Dr. Jörn von Lucke im gemeinsamen Gespräch. Der Vortrag kann auch online via Zoom besucht werden: Auf www.ulm.de/buergerwerkstatt findet sich der entsprechende Zugangslink. Ziel der gesamten Vortragsreihe ist es, die Ergebnisse des Projektes „Zukunftsstadt Ulm“ anschaulich darzustellen und gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern hierüber ins Gespräch zu kommen. Hier können ebenfalls Chancen und Risiken der digitalen Entwicklung diskutiert werden. Damit alle mitmachen können – unabhängig, ob sie vor Ort sein können oder nicht – findet im Anschluss an die Vorträge eine Onlinebeteiligung für alle Interessierten statt. Das soll Raum für mehr Mitsprache und Austausch eröffnen.
Zum Abschluss der Vortragsreihe wollen die Beteiligten die Themen und Diskussionen in der bürger.werkstatt.2022 zusammenführen.

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